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Genau genommen bezeichnet JPEG kein Dateiformat,
sondern nur ein Kompressionsverfahren. Daher gibt es auch mehrere Grafikformate,
die den JPEG-Kompressionsalgorithmus einsetzen. In JPEG-Dateien werden Flächen mit ähnlichen Farbtönen zusammengefaßt (in 8x8 Pixel große Quadrate): Pixel, die innerhalb einer gewissen Farbtoleranz liegen, werden an den Mittelwert der Gesamtfläche, die innerhalb dieser Toleranz liegt, angepaßt. Dabei geht die feine Farbabstufung im Original verloren. Die Intensität der Kompression kann eingestellt werden, wodurch die Bildqualität mehr oder weniger verschlechtert wird. Je stärker die Kompression, desto höher die zugrundeliegende Farbtoleranz und desto schlechter die Bildqualität. Von nahem betrachtet (das heißt, vergrößert), sind in einem JPEG-Bild die fleckigen Bereiche sichtbar, wo die Kompression zugeschlagen hat. Dafür bietet JPEG eine hohe Kompressionsrate von circa IO:I bis 20:I (zum Vergleich: GIF bietet circa 3:I). Damit können Fotos in attraktiven Größen fürs Web aufbereitet werden, ohne die Bandbreite zu sehr zu strapazieren. Dieser Vorteil kommt allerdings nur bei Dateien mit hoher Farbtiefe zum tragen. Bei kleinen Dateien mit wenig Far-ben, wie Buttons oder Icons, erzeugt JPEG wesentlich größere Dateien als GIF oder PNG, da es immer mit 16,7 Millionen Farben speichert und keine Anpassung der Farbpalette ermöglicht. Auch ist die Qualität häufig schlechter, da ursprünglich einfarbige Flächen fleckig werden. Auch das JPEG-Format bietet einen stufenweisen Bildaufbau, der sich Progressive JPEG nennt. Der Effekt ähnelt der Interlaced-Option des GlF-Formats: Das Bild wird zunächst grob angezeigt und später mit den nachfolgenden Daten verfeinert. Solche Progessiven JPEGs sind aufgrund eines weiter optimierten Kompressionsverfahrens Nicht-Progressiven JPEGs vorzuziehen. Der gravierendste Nachteil von JPEG ist vielen Anwendern gar nicht bekannt. Bei jeder Bearbeitung mit nachfolgendem Speichern wird erneut komprimiert, was zu immer mehr Verlusten führt. Daher sollte das JPEG-Format ausschließlich als Export-Format benutzt und die Originaldatei in einem unkomprimierten Dateiformat (zum Beispiel TIFF oder BMP) oder einem proprietären Format der jeweiligen Bildbearbeitungssoftware behalten werden. Dieses Problem tritt insbesondere bei Digitalkameras auf, die vielfach im JPEG-Format speichern. Für jegliche Bearbeitung sollten diese Bilder also zunächst in ein entsprechendes verlustfreies Format umgewandelt werden. Bei der erneuten Speicherung als JPEG zur Vorbereitung fürs Web muss dann auf jeden Fall nochmals ein Verlust in Kauf genommen werden. Durch Herabsetzen der Kompression auf die niedrigste Stufe kann dieser Effekt zwar minimiert, jedoch leider nicht ausgeschaltet werden.
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